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Al-Qamischli: Demonstranten kritisieren islamische Slogans
KURDWATCH, 16. Mai 2012 – Bei landesweiten Protesten hat es am 11. Mai 2012 erneut zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Im ganzen Land verlangten die Demonstranten den Sturz des Regimes. Auch diese Woche fanden die Proteste in den kurdischen Gebieten nicht unter einem einheitlichen Motto statt. Nur wenige Demonstranten schlossen sich dem gesamtsyrische Slogan »Gottes Unterstützung und baldiger Sieg« an. »Unsere Revolution ist der Freiheit und der Würde verpflichtet. Wir haben kein Verständnis mehr dafür, dass so viele Slogans mit islamischem Hintergrund zum Hauptmotto bestimmt werden«, erklärte ein Aktivist gegenüber KurdWatch. Die meisten Demonstranten wählten ein eigenes Motto, Anhänger der Partei der Demokratischen Union etwa gingen unter dem Slogan »Unterstützung für die Kurden in Aleppo« auf die Straße. In al‑Qamischli war die Stimmung angespannt, nachdem es am vergangenen Freitag im Stadtteil al‑Hilaliya zu Angriffen der PYD auf andere Demonstrationsteilnehmer gekommen war. Diese Woche fanden, ausgehend vom zentralen Versammlungsort der Demonstranten, der Qasimo-Moschee, drei verschiedene Protestzüge statt: Die PYD organisierte eine zentrale Demonstration, an der Anhänger aus den verschiedenen kurdischen Gebieten teilnahmen. Auch der Kurdische Nationalrat rief zu einem zentralen Demonstrationszug auf, an dem allerdings nur wenige tausend Personen teilnahmen. Darüber hinaus protestierten mehrere hundert Anhänger der Union der Kurdischen Demokratischen Kräfte in Syrien. Zu weiteren Protesten kam es in den Stadtvierteln al‑ʿAntariya, Qudurbak und Qanat Suwais. In Qudurbak griffen Sicherheitskräfte die Demonstranten an und lösten die Demonstration bereits nach kurzer Zeit auf. In ʿAmuda kam es zu drei getrennten Demonstrationen, organisiert von der PYD, dem Kurdischen Nationalrat sowie von verschiedenen Jugendgruppen, darunter Avahî. In al‑Hasaka gab es vier Demonstrationen. In al‑Malikiya (Dêrik), al‑Qahtaniya (Tirbesipî), al‑Maʿbada (Girkê Legê), al‑Dschawadiya (Çil Axa), Raʾs al‑ʿAin (Serê Kaniyê), ad‑Darbasiya, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) sowie in den mehrheitlich kurdisch bewohnten Stadtvierteln Schaikh Maqsud in Aleppo sowie Ruknuddin und Wadi al‑Maschariʿ (Zorava) in Damaskus kam es jeweils zu einem zentralen Protestzug. Insgesamt ist die Zahl der Demonstranten in den kurdischen Gebieten derzeit im Sinken begriffen.
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