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Erbil: Vorsitzender des Syrischen Nationalrats äußert sich zur Kurdenfrage
KURDWATCH, 23. April 2012 – Burhan Ghaliun, Vorsitzender des Syrischen Nationalrats, hat sich am 16. April 2012 in einem Interview mit der irakischkurdischen Zeitschrift Rûdaw zur Kurdenfrage geäußert. Er erklärte, dass es in Syrien lediglich überwiegend kurdisch besiedelte Gebiete gebe, aber kein »Syrisch-Kurdistan« – weder geografisch noch politisch. Wer von Syrisch-Kurdistan spreche, übertrage das irakische Modell auf Syrien. Er erklärte weiterhin, dass ein Festhalten der syrischen Kurden an einem föderalistischen Modell zu Missverständnissen mit anderen Gruppen führen werde, die diese Forderung als Wunsch nach Abspaltung interpretieren würden. Gleichzeitig betonte er, dass die Kurden in den vergangenen Jahrzehnten diskriminiert und marginalisiert worden seien und dass die syrischen Parteien und politischen Bewegungen die nationale Identität der Kurden anerkennen. »Ich sage, dass der syrische Staat und die politischen Herrscher die Bedingungen dafür schaffen müssen, dass diese Identität geschützt wird. Das Recht auf kurdischsprachige Erziehung und auf die Entwicklung der kurdischen Kultur und Literatur als zweiter Kultur in Syrien muss gewährt werden.« Darüber hinaus erklärte er, dass der Syrische Nationalrat für ein dezentralisiertes System stehe, in dem die Provinz- und Stadträte weitreichende Entscheidungskompetenzen erhalten. Als Reaktion auf Ghaliuns Äußerungen fanden am 20. April 2012 zahlreiche regimekritischen Demonstrationen in den kurdischen Gebieten unter dem Motto »Hier ist Kurdistan!« statt. Bereits 2011 hatte Ghaliun Kritik auf sich gezogen, als er die syrischen Kurden mit den Einwanderern in Frankreich verglich – er zog diese Aussage daraufhin zurück.
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