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Al-Qamischli: Mischʿal at-Tammu bei Attentat getötet
KURDWATCH, 10. Oktober 2011 – Am 7. Oktober 2011 ist Mischʿal at-Tammu (geb. 1957) in al-Qamischli ermordet worden. Der Sprecher der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien nahm gemeinsam mit seinem Sohn Marsil Mischʿal at-Tammu (geb. 1988), seinem Bruder ʿAbdurrazzaq at-Tammu, dem Parteimitglied Zahida Raschkilo und drei weiteren Personen an einem politischen Treffen in al-Qamischli teil, als eine Gruppe von fünf Männern das Haus betrat und auf Arabisch nach Mischʿal at-Tammu fragte. Als dieser aufstand, eröffneten sie das Feuer. Bereits am Boden liegend, erhielt at-Tammu einen gezielten Kopfschuss. Sein Sohn Marsil musste aufgrund eines Bauchschusses operiert werden, Zahida Raschkilo erlitt eine Beinverletzung. Bereits am 8. September 2011 war at-Tammu nur knapp einem Mordanschlag entkommen [KurdWatch berichtete], seitdem lebte er zeitweise versteckt. Nach dem Attentatsversuch hatte er gegenüber KurdWatch erklärt: »Das Regime erteilt den Befehl. Doch natürlich werden Bekannte den Befehl ausführen. Das Regime hat viele Handlanger. Wir haben Informationen bekommen, dass das Regime Attentate auf Persönlichkeiten verüben wird. Es ist unwichtig, wer die Befehle ausführt, wichtiger ist, dass es das Regime ist, das die Befehle erteilt. [...] Als wir unsere Haltung zum Regime und unsere Haltung zur kurdischen Beteiligung an der syrischen Revolution deutlich gemacht haben, wussten wir, dass so etwas geschehen kann. [...] Wir haben uns entschieden, dass wir unsere Freiheit erlangen werden. Entweder werden wir lebend unsere Freiheit erlangen, oder wir werden ehrenhaft sterben. Wir werden niemals von diesem Kurs abweichen. [...] In Kobanî wurde ein Aktivist entführt. In Serê Kaniyê wurden zwei weitere zusammengeschlagen. In Dêrik hat es einen Entführungsversuch gegeben. Wir wollen nicht, dass es zu einem kurdisch-kurdischen Konflikt kommt. Es handelt sich um eine nationale Angelegenheit, keine kurdische. Man muss Position beziehen. [...] Es gibt zwei Lager: Das eine will keinen Sturz des Regimes. Das andere Lager fordert den Sturz, das sind wir und die Jungs der Revolutionsgruppen. Daher glaubt man, dass wir die Proteste führen und alles kaputt machen.« At-Tammus Erwähnung der durch die Partei der Demokratischen Union (PYD) verübten Entführungen in ʿAin al‑ʿArab (Kobanî) [weitere Informationen zum Fall], Raʾs al‑ʿAin (Sêrê Kaniyê) [weitere Informationen zum Fall] und al-Malikiya (Dêrik) im Zusammenhang mit dem Attentatsversuch machen deutlich, dass er die PYD hinter dem Anschlag vermutete. Gleichzeitig wollte er einen innerkurdischen Konflikt vermeiden, betonte, dass wichtig sei, wer die Befehle gebe, nicht, wer sie ausführe. Kurz nach dem Attentat auf at-Tammu fanden in al-Qamischli, ʿAmuda, al-Hasaka, ʿAin al‑ʿArab (Kobanî), al-Malkiya (Dêrik), ʿAfrin und Darbasiya regimekritische Demonstrationen statt, auf denen auch gegen die Ermordung von Mischʿal at-Tammu protestiert wurde. Die Demonstranten forderten den Sturz des Regimes und den Rücktritt des Präsidenten. Die Kurdische Patriotische Bewegung in Syrien, ein Zusammenschluss von insgesamt elf kurdischen Parteien [weitere Informationen zur Kurdischen Patriotischen Bewegung], veröffentlichte eine Erklärung, in der es heißt, die syrische Regierung sei für die Sicherheit ihrer Bürger verantwortlich und in der eine Untersuchung des Falls gefordert wird.
Die Demonstration in ʿAmuda:
http://www.youtube.com/v/HUlzDLcGUok
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